Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Schutz und Sicherheit: Unser Weg in der Feuerwehr Schlicht – Von den Löschbambins bis zum aktiven Einsatz
1. Die Jüngsten: Der Feuerwehr-Strampler
Traditionell starten die ganz Kleinen in Schlicht ihren Feuerwehr-Lebenslauf mit einem ganz besonderen Kleidungsstück: dem Feuerwehr-Strampler zur Geburt. Dieses symbolische Geschenk steht für die Verbundenheit zur Feuerwehrfamilie und ist der erste Schritt in eine Zukunft, die vielleicht einmal unter dem Schutz eines echten Feuerwehrhelms steht. Er schützt zwar nicht vor Flammen, aber vor Kälte – und ist ein Zeichen der Freude über den Nachwuchs!

2. Die Löschbambins: Erste Schritte im Brandschutz
Im nächsten Schritt begrüßen wir die Kinder bei unseren Löschbambins (Kinderfeuerwehr). Hier stehen spielerisches Lernen, Teamwork und erste Berührungspunkte mit der Feuerwehr im Vordergrund. Die „PSA“ in diesem Alter dient primär der Erkennung und dem Wetterschutz bei unseren Treffen und Übungen.
Ausrüstung: Die Bambinis tragen häufig einheitliche T-Shirts – meist in Rot oder Blau – mit unserem Feuerwehr-Logo. Dies stärkt den Teamgeist und sorgt gleichzeitig für eine gute Sichtbarkeit bei Veranstaltungen und Übungen.
Zusätzlich tragen die Kinder bei praktischen Übungen einen roten Overall, der die Kleidung schützt und für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgt. Ergänzt wird die Ausstattung durch Schutzhandschuhe, die bei einfachen praktischen Tätigkeiten und Übungen zum Einsatz kommen. Feste Schuhe oder Sicherheitsschuhe sorgen zudem für einen sicheren Stand bei allen Aktivitäten im Freien.
3. Die Jugendfeuerwehr (Gemeinde Vilseck): Schutzkleidung für die Ausbildung
Mit dem Übertritt in die Gemeindejugendfeuerwehr der Stadt Vilseck beginnt die ernsthafte feuerwehrtechnische Ausbildung. Hier ist eine zweckmäßige Schutzkleidung erforderlich, die vor Schmutz, Nässe und leichten mechanischen Gefahren bei den Übungen schützt.
Ausrüstung: Die Jugendfeuerwehr erhält in der Regel eine spezielle Jugendfeuerwehr-Schutzkleidung. Diese ist als Schmutz- und Wetterschutzanzug konzipiert, oft in dunkler Farbe mit auffälligen Reflexstreifen und orangefarbenen Applikationen zur besseren Sichtbarkeit (Warnwestenbefreiung im Einsatz ist hier nicht relevant, da Mitglieder der Jugendfeuerwehr nicht am unmittelbaren Gefahrenbereich von Einsätzen teilnehmen dürfen – dies regelt die bayerische Vorschrift).
Wichtig: Der Anzug besitzt keine flammhemmende Wirkung wie die PSA der Aktiven. Die jungen Kameradinnen und Kameraden dürfen (laut bayerischer Regelung) erst ab 16 Jahren an Einsätzen teilnehmen und dies auch nur außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereiches.
4. Die Aktive Wehr: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) im Einsatz
Mit dem Übertritt in die aktive Mannschaft wird es ernst. Jeder aktive Feuerwehrdienstleistende erhält eine vollständige, auf die DIN EN und die bayerischen Anforderungen abgestimmte PSA. Diese ist in Bayern nach den Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums des Innern und den Unfallverhütungsvorschriften (DGUV) vorgeschrieben. Die Mindestausstattung schützt uns vor den enormen Gefahren bei Bränden und Technischer Hilfeleistung (THL).
Die Mindestausstattung (Basis-PSA)
Jeder aktive Feuerwehrdienstleistende in Bayern muss mindestens folgende Schutzausrüstung besitzen:
AusrüstungsteilZweck und Norm (Bayern-konform)
Feuerwehrhelm: Schutz vor Schlägen, Stößen, Hitze und herabfallenden Teilen. (z.B. DIN EN 443)
Einsatzjacke: Schutz vor Flammen, Hitze, Nässe, Chemikalien und mechanischen Gefahren. (z.B. nach HuPF und DIN EN 469:2005/A1:2006, Leistungsstufe 2). Sie ist oft Teil des Schutzanzugs "Bayern 2000" oder eines Nachfolgemodells.
Einsatzhose: (Latzhose)Gleiche Schutzfunktion wie die Jacke, mit Kniepolstern für kniende Arbeiten.
Feuerwehrschutzstiefel: Schutz vor Hitze, Durchtritt, Quetschen und Rutschgefahr. (Sicherheitsklasse S3 oder S5 nach DIN EN 15090).
Feuerwehrschutzhandschuhe: Schutz vor Hitze, Schnitt- und Abriebverletzungen. (z.B. nach DIN EN 659).
THL-Handschuhe: Werden häufig ergänzend zu den Brandbekämpfungshandschuhen getragen, da sie besseren Schnittschutz und mehr Feingefühl bei Arbeiten mit hydraulischen Geräten bieten.
Warnkleidung/Überwurf: Bei Einsätzen im Straßenverkehr wird zusätzliche hochsichtbare Kleidung getragen (sofern der Einsatzanzug nicht bereits die entsprechende Warnwirkung besitzt).
Ergänzende und Spezielle PSA
Je nach Einsatzlage wird die Mindest-PSA durch weitere Spezialausrüstung ergänzt (gemäß FwDV 1 und DGUV):
Für den Innenangriff (Atemschutzgeräteträger):
Pressluftatmer: Zum Schutz der Atemwege vor Brandgasen und Rauch.
Atemanschluss (Maske) und Feuerschutzhaube (DIN EN 13911): Schützen Kopf und Hals zusätzlich vor Hitze.
Für Spezialaufgaben:
Spezialschutz: Die ABC-Schutzkleidung (Schutzkleidung Form I, II & III)
Bei Einsätzen mit Gefahrstoffen (ABC-Gefahren) reicht unsere normale Feuerwehrschutzkleidung nicht aus. In diesen Fällen greifen wir auf spezielle Chemikalienschutzanzüge (CSA) und Schutzformen zurück. Die Wahl der Form richtet sich nach der Art der Gefahr (fest, flüssig oder gasförmig) und der Gefährdungsstufe.